Erfolgreich absolvierter Einsatz der MANV-Einheit im Rettungsdienstbereich Schleswig-Flensburg seit dem Leistungsbeginn mit dem Deutschen Roten Kreuz
Schleswig-Flensburg, Juli 2025 - Am Mittwoch, 2. Juli 2025 kam es im Kreis Schleswig-Flensburg zu einem Gefahrstoffeinsatz. Aufgrund des Verdachts auf potentiell radioaktives Material wurde ein Großaufgebot an Einsatzmitteln alarmiert. Seit Beginn des neu geschlossenen Durchführungsvertrags mit dem Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Schleswig-Flensburg e.V. war dies der erste Einsatz, in dem die MANV-Einheit in voller Stärke eingesetzt wurde.
Im Rahmen des neuen Vertragswerkes, welches zum 1. März 2025 in Kraft trat, wurde durch das Vergabeverfahren auch die Sicherstellung der personellen Besetzung der MANV-Einheit an den DRK Kreisverband Schleswig-Flensburg übertragen. Ein Erfolgsmodell, wie dieser Einsatz zeigt.
Nach Alarmierung sammelten sich die Einsatzkräfte an der MANV-Unterkunft in Busdorf und rückten strukturiert, zügig und gut vorbereitet in Richtung Bereitstellungsraum aus. Innerhalb kürzester Zeit konnten zusätzliche Rettungsmittel der Transportkomponente sowie des Moduls Patientenablage zum Einsatzort entsendet werden. Auch der Leitungsdienst des DRK konnte in seiner neuen Funktion zur Koordination und Besetzung der Einsatzmittel bei Großschadenslagen erfolgreich eingebunden werden.
Besonders hervorzuheben ist, dass die Rettungsmittel ausschließlich mit dienstfreien Kräften des Einsatzdienstes besetzt wurden, sodass es keine Abweichungen in der Besetzung der Fahrzeuge oder in der Versorgungsqualität von Patient:innen gegenüber der regulären Vorhaltung gibt. Dank der hohen Tagesverfügbarkeit in dieser Struktur konnten weit mehr als 40 Einsatzkräfte zusätzlich in den Dienst gehen und diverse zusätzliche Rettungswagen sowie mehrere spezielle Fahrzeuge für den Aufbau einer Patientenablage entsendet werden.
Im weiteren Verlauf wurde durch die Rettungsdienstträgerin eine taktische Gebietsabdeckung durch Verschiebung und Einbindung von zusätzlichen Rettungsmitteln im Kreisgebiet vorgenommen, um auch parallel zur Bewältigung der Großschadenslage die rettungsdienstliche Versorgung der Bevölkerung flächig aufrecht zu erhalten.
Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen-Roten-Kreuz hat erneut bewiesen: Der Rettungsdienst Schleswig-Flensburg befindet sich mit seiner fortlaufenden Restrukturierung auf einem erfolgreichen und zukunftsfähigen Weg. Durch verlässliche Strukturen können neben den Kernprozessen der Notfallrettung und des Krankentransports auch rettungsdienstliche Großschadenslagen professionell bewältigt werden – ohne Kompromisse bei der täglichen rettungsdienstlichen Versorgung einzugehen.
Hintergrund
Was bedeutet MANV?
Ein MANV-Einsatz bezeichnet einen „Massenanfall von Verletzten“ – ein Szenario, bei dem das Patientenaufkommen durch ein plötzliches Ereignis so stark ansteigt, dass es vom regulären Rettungsdienst nicht mehr adäquat bewältigt werden kann.
Im Kreis Schleswig-Flensburg wird durch den Rettungsdienst bereits seit einigen Jahren rund um die Uhr eine MANV-Einheit für rettungsdienstliche Großschadenslagen bereitgestellt. Vorgehalten werden dabei zusätzlich zur dauerhaft besetzten Einsatzleitung Rettungsdienst (ELRD - bestehend aus organisatorischem Leiter Rettungsdienst [OrgL] und leitendem Notarzt [LNA]) zwei Transportkomponenten bestehend aus insgesamt 10 Rettungswagen und eine Versorgungskomponente für die Behandlung von 25 Patienten pro Stunde.
Die Besonderheit im Kreis Schleswig-Flensburg ergibt sich aus dem Besetzungsprofil dieser Einheit. Diese wird ausschließlich mit Einsatzkräften des Rettungsdienstes und somit mit den gleichen Qualifikationen wie im täglichen Einsatzgeschehen besetzt.